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Alle Ergebnisse: Künstliches Hüftgelenk

Der Verschleiß des Hüftgelenks verursacht heftige Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Wenn nichts mehr hilft, kann das Gelenk durch eine Prothese oder Teilprothese ersetzt werden. Dabei handelt es um eine der häufigsten Operationen in Deutschland, zahlreiche Krankenhäuser in Sachsen bieten den Eingriff ein. Rund zwei Drittel der Patienten sind Frauen.

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Diagnose: Künstliches Hüftgelenk

Hüftgelenk
Grafik: Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Etwa 200 000 künstliche Hüftgelenke werden jedes Jahr in Deutschland eingesetzt. Wann ein Eingriff sinnvoll ist und welche Risiken damit verbunden sind, erklärt Dr. Wolf-Christoph Witzleb. Der 50-Jährige ist Geschäftsführer des Medizinischen Versorgungszentrums Forum Gesundheit Dresden, das drei Praxen und ein ambulantes Operationszentrum betreibt sowie Patienten in zwei Krankenhäusern stationär betreut. Im Dresdner St. Joseph-Stift führt er jährlich etwa 350 Hüft-Ops durch.

Wer leidet unter Hüftbeschwerden?

Meist sind Menschen zwischen sechzig und siebzig betroffen, bei den Über-55-Jährigen weisen bereits 15 Prozent der Hüftgelenke Verschleißerscheinungen (Koxarthrose) auf. „Mehr als fünf Prozent erleiden eine schwere und häufig beidseitige Koxarthrose, die die Lebensqualität stark beeinträchtigt“, sagt Witzleb. 

Welche Ursachen gibt es für einen Verschleiß des Hüftgelenks?

„Der Gelenkverschleiß entsteht fast immer durch ein Zusammenspiel mehrerer Ursachen“, sagt Witzleb. Bei einigen Patienten besteht eine Minderausbildung der Hüfte von Geburt an: Schmerzen entstehen, weil Pfanne und Gelenk nicht optimal zusammenpassen. Die sogenannte Hüftdysplasie betrifft häufiger Frauen und kommt in Ostsachsen fast zehnmal so häufig vor wie in anderen Bundesländern. Deshalb sollten alle sächsischen Babys nach der Geburt im Ultraschall kontrolliert werden, um gegebenenfalls eine Spreizbehandlung durchzuführen. Hüftschäden werden außerdem durch Verletzungen wie bei Unfällen verursacht. Regelmäßiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann zu Durchblutungsstörungen führen, die auch die Hüfte ramponieren. 

Wie merken Betroffene, dass sich ihr Hüftgelenk abnutzt?

Es gibt drei typische Anzeichen, erklärt der Orthopäde: Schmerzen, Bewegungseinschränkungen, Hinken. Die Schmerzen in der Leistengegend strahlen häufig bis zum Knie aus. Sie machen sich anfangs nur leicht bemerkbar und werden mit der Zeit immer stärker. „Zum Schluss können manche Patienten nur noch wenige Meter laufen und dadurch nicht mehr am Leben teilnehmen“, sagt Witzleb. „Sie können sich keine Schuhe mehr binden, weder lange sitzen noch Treppen steigen.“

Müssen verschlissene Hüftgelenke unbedingt operiert werden?

Verschleißerkrankungen verschlimmern sich langsam über Jahre und verlaufen schubweise: Phasen mit erträglichen Beschwerden wechseln sich ab mit Schmerzattacken. Im Hüftgelenk werden die Knorpel weggerieben bis auf den Knochen, der dann auch noch verschleißt. „Wir können die Knorpelzellen nicht erneuern“, sagt Witzleb, „bei einer fortgeschrittenen Verschleißerkrankung hat man keine Behandlungsalternative.“ Physiotherapie kann den Verschleiß anfangs verzögern, Medikamente machen die Schmerzen erträglich. „Ist die Lebensqualität und vor allem die Aktivität stark eingeschränkt, sollte man sich aber zur Gelenkoperation entschließen“, meint Dr. Witzleb. Er rät, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und vom Haus- und Facharzt beraten zu lassen – und sich anschließend einen erfahrenen Operateur zu suchen.  

Welche Risiken bestehen bei einer Hüft-OP?

nbsp;bei einer Hüft-OP?

„Endoprothesen-Ops gehören zu den erfolgreichsten Eingriffen“, betont der Arzt. Es könne aber auch zu Komplikationen kommen. Nerven können verletzt oder Knochen gebrochen werden. Auch Thrombose, Blutverlust und Infektion sind mögliche Folgen. „Jedes dieser Risiken ist zum Glück sehr selten.“ Müssen beide Hüftgelenke ersetzt werden, empfiehlt er zwei Eingriffe im Abstand mehrerer Wochen.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Ein Patient bleibt sechs bis acht Tage im Krankenhaus und trainiert dort das Gehen an Stöcken. Eine dreiwöchige Kur schließt sich an. In den ersten anderthalb Monaten nach dem Eingriff sollte der Operierte Überbewegungen vermeiden, rät Witzleb. „Ab der sechsten Woche wird die Beweglichkeit wieder trainiert.“ Bis man wieder Sport mit Verletzungsrisiko treibt, sollte man zwölf Wochen warten. Je nach Beruf ist der Patient nach zwei bis drei Monaten wieder einsatzfähig. 

Wie sicher sind die Implantate?

In Deutschland fehlt ein Register, das die Qualität der Prothesen dokumentieren könnte. Aus Ländern wie Schweden, wo seit vielen Jahren jede Operation registriert wird, wieß man, dass 94 Prozent der Operierten zehn Jahre mit dem künstlichen Gelenk leben könnten. „Über 80 Prozent der Patienten kommen mit der Prothese bis an ihr Lebensende“, sagt Witzleb.  

Wie lassen sich Hüftschäden vermeiden?

„Vernünftig leben“, sagt Dr. Witzleb. Man sollte Übergewicht vermeiden und gute Schuhe tragen – hilfreich ist eine Dämpfung unter der Ferse. Aktivität ist das A und O, da der Knorpel nur durch Bewegung ernährt wird. Wer gern joggt, sollte das am besten auf Waldwegen tun und harten Asphalt meiden. Von Marathons in der Stadt hält Witzleb nicht viel. Auch wenn ein Verschleiß bereits eingetreten ist, muss das Gelenk weiter bewegt werden. Gut geeignet sind Aktivitäten, bei denen die Gelenkbelastung etwas anders ist als beim Gehen, zum Beispiel das Fahrradfahren oder Schwimmen. Damit gelingt es häufig, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.  

Was kostet der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks? 

Für eine Prothese und die Behandlung im Krankenhaus samt Operation, Versorgung und Verpflegung zahlen die Kassen zwischen 6 000 und 7 000 Euro. 

Dr. Witzleb erklärt die Hüft-Operation:

Die OP beginnt mit einer Voll- oder Teilnarkose und einem sieben bis zehn Zentimeter langen Schnitt. Möglichst muskelschonend wird das Hüftgelenk freigelegt. Der Arzt durchtrennt den Schenkelhals und entnimmt den Kopf des Gelenks. Der Oberschenkelknochen wird aufgeraspelt und dort ein Stiel eingesetzt. Darauf sitzt der Kugelkopf, der meist aus Keramik besteht. Auf der anderen Seite wird die Gelenkpfanne halbrund ausgefräst. Dort wird eine Titanschale hineingepresst, die am Knochen festwächst. Abschließend renkt der Arzt das Gelenk ein und prüft, ob es funktioniert. Der Eingriff dauert eine bis anderthalb Stunden. Am nächsten Tag kann der Patient d

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