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Alle Ergebnisse: Verengte Herzkranzgefäße

Herzinfarkte sind eine Volkskrankheit und zählen hierzulande zu den häufigsten Todesursachen überhaupt. Ursache sind meist verstopfte Herzkranzgefäße, Gewissheit verschafft eine Untersuchung mit dem Herzkatheter. Bestätigt sich der Verdacht, kann die Engstelle noch während desselben Eingriffs beseitigt werden.  

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Diagnose: Verengte Herzkranzgefäße

Herzkranzgefäßee
Grafik: Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Verstopfte oder verengte Blutgefäße am Herzen – in der Fachsprache koronare Herzkrankheit – sind eine Vorstufe zum Herzinfarkt. „Wenn Medikamente nicht reichen, muss operiert werden“, sagt Professor Johannes Schweizer. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Klinikum Chemnitz spricht über Ursachen und neue Behandlungsmöglichkeiten.

Wie kommt es zu einer Verengung von Herzkranzgefäßen?

„An den Wänden der Blutgefäße lagern sich Fette und Kalk ab, die das Gefäß immer weiter zusetzen“, erläutert Prof. Schweizer. Folge: Die Blutversorgung für den Herzmuskel leidet. Mediziner sehen einen engen Zusammenhang mit dem Lebensstil der Patienten. Risikofaktor Nr. 1 ist das Rauchen, an zweiter Stelle stehen falsche Ernährung und Bewegungsmangel. Aber: „Ein großer Teil der Patienten ist genetisch vorbelastet. Hier liegen Durchblutungsstörungen in der Familie vor. Diese Menschen erkranken, obwohl sie meist recht gesund leben.“

Können gefährdete Patienten ihr Erkrankungsrisiko senken?

„Ja“, sagt der Chefarzt, „aber sie kommen selten ohne medikamentöse Behandlung ihrer Fettstoffwechselstörung und des Bluthochdrucks aus.“ Damit – und mit gesunder Ernährung und viel Bewegung – könne man eine koronare Herzerkrankung aber um einige Jahre hinauszögern.

Wie macht sich die Krankheit bemerkbar?

„Der Betroffene spürt eine Leistungsminderung, er ist schneller außer Puste und fühlt sich schlapp“, erklärt der Kardiologe. Oft kämen Schmerzen im Brustbereich dazu, die sich bei körperlicher Belastung verstärken.

Wie wird die koronare Herzkrankheit diagnostiziert?

Zunächst ermittelt der Arzt durch eine Befragung des Patienten das Risikoprofil, um Aussagen über die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarkts treffen zu können. Es schließen sich EKG-Untersuchung, Belastungstests und Laboruntersuchungen an, ferner – wenn nötig – eine Stress-Echo-Kardiografie (Ultraschalluntersuchung). Auch eine Kardio-Computertomografie (Herzröntgen) kommt infrage. Am genauesten sei aber die invasive Methode, bei der mittels Herzkatheter ein Draht in die Blutgefäße geschoben wird, um den Gefäßdruck zu bestimmen.

Wie werden Verengungen oder Verschlüsse behandelt?

Das richte sich nach dem individuellen Risikoprofil und den Begleiterkrankungen, sagt Johannes Schweizer. In vielen Fällen sei eine medikamentöse Behandlung ausreichend. Sind mehrere Gefäße in der Nähe des Hauptstamms erkrankt, ist eine Bypass-Operation notwendig. Diese Eingriffe erfolgen in den Herzzentren der Unikliniken Dresden oder Leipzig.

„Am häufigsten werden Gefäße aber mithilfe eines Herzkatheters aufgedehnt“, sagt der Arzt. Dabei entfaltet sich an der entsprechenden Engstelle ein Ballon unter großem Druck. Diese Methode habe jedoch bei stark verkalkten Gefäßen ihre Tücken. Die Gefäßwände können reißen, kleine Kalkstücke in der Blutbahn weitertransportiert werden und an anderer Stelle das Gefäß verschließen. Mehr Sicherheit und Stabilität bieten Gefäßstützen (Stents), die das Gefäß offen halten. Doch insbesondere an den Rändern bilden sich durch Bindegewebe neue Einengungen. Der Stent wächst wieder zu oder er thrombosiert. Abhilfe schaffen beschichtete Stents. Sie enthalten Zytostatika, das sind Medikamente, die das Zellwachstum hemmen. Eine relativ neue Methode sind bio-resorbierbare Stents. Sie sind aus einem Werkstoff, der sich nach etwa drei Monaten auflöst.

Wann erfolgt eine Bypass-OP?

rei Monaten auflöst.

Wann erfolgt eine Bypass-OP?

Herzpatienten mit mehreren erkrankten Gefäßen und Begleiterkrankungen wie Diabetes und schlechter Pumpleistung der linken Herzkammer profitieren nach Ansicht von Prof. Schweizer von einer Bypass-OP. Dabei werden die kranken Gefäße überbrückt – oft mit körpereigenem Material, zum Beispiel mit Brustwandarterien oder Beinvenen. „Weil bei der Bypass-OP der Brustkorb eröffnet wird, muss der Eingriff gut überlegt sein.“

Wie geht es nach dem Eingriff für den Patienten weiter?

„Alle Patienten bekommen anschließend gerinnungshemmende Medikamente“, erläutert der Experte. Bei einem Herzinfarkt müssen die Patienten sechs, in der Mehrzahl sogar zwölf Monate mindestens zwei Gerinnungshemmer, sogenannte Blutverdünner, einnehmen. Auf ein Medikament, oft Aspirin, darf danach lebenslang nicht verzichtet werden. Eine Reha, die teilweise ambulant durchgeführt wird, soll die Leistungsfähigkeit wieder kontrolliert steigern. Der Patient muss außerdem regelmäßig zur Kontrolle. Wichtig ist eine gesunde Lebensweise, vor allem der Verzicht aufs Rauchen.

Kommt der Herzkatheter zu oft zum Einsatz?

Die Barmer GEK hat – auch mit Blick auf die mangelnde Datenlage zur Beurteilung der Wirksamkeit – erst vor Kurzem wieder die medizinische Notwendigkeit für die hohe Zahl von sogenannten Stent-Implantationen hinterfragt. Johannes Schweizer hält dagegen, dass es klare Kriterien der Fachgesellschaften für den Einsatz von Herzkathetern gibt. „Der Katheter wird nur im Notfall, also zum Beispiel beim akuten Herzinfarkt, sofort eingesetzt.“ Grund: Das Herzkranzgefäß müsse dann binnen 60 Minuten wieder eröffnet werden. Beurteilt wird die Schwere der Erkrankung mithilfe von EKG-Befunden und Herzenzymen. „Diese Tests zeigen uns, ob bereits Herzmuskel kaputtgehen.“ Ist das der Fall, sollte möglichst am gleichen Tag, spätestens aber innerhalb von 72 Stunden eine Herzkatheteruntersuchung beginnen. Die steigende Anzahl habe sicher auch demografische Gründe, meint der Spezialist. Es gebe mehr Menschen in höherem Lebensalter, die auch häufiger an Herz-Kreislauf-Krankheiten leiden.

Wie viel kostet eine Herzkatheteruntersuchung?

Ohne Begleiterkrankungen zahlt die Kasse für eine Untersuchung 1 500 Euro. Die Behandlung und das Einsetzen von Stents kann ein Vielfaches davon kosten.

Professor Schweizer erklärt die Herzkatheter-Untersuchung:

Vor der Untersuchung wird die Einstichstelle an Leiste oder Handgelenk rasiert, desinfiziert und örtlich betäubt. Außer der Betäubungsspritze spürt der Patient nichts. Dann legt der Arzt eine kleine Schleuse, durch die der Katheter eingefädelt wird. An der entsprechenden Stelle der Herzkranzgefäße wird das Kontrastmittel abgegeben. Eine Röntgen-Röhre bewegt sich um den Patienten und filmt das Areal in verschiedenen Ebenen. Dann werden der Katheter herausgezogen, die Schleuse entfernt und ein Druckverband angelegt. Nach maximal zwölf Stunden, bei Gefäßaufdehnung 24 Stunden, da

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