Krankenhausführer Sachsen

Alle Ergebnisse: Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen kommen häufiger vor, als viele ahnen. Die Krankheit kann angeboren sein, meistens trifft sie aber Menschen im höheren Alter. Ein Schrittmacher bringt das kranke Herz wieder in den richtigen Takt.

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Diagnose Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen
Grafik: Fotolia

Das Herz rast, der Puls hämmert –  vor einer Prüfung oder einem Flirt ist das ganz normal. Genauso selbstverständlich sinkt die Taktfrequenz im Schlaf. Gesundheitsgefährdend kann es dann werden, wenn das Herz in einer bestimmten Art und Weise unregelmäßig schlägt. Professor Stefan G. Spitzer erklärt, was es mit Herzrhythmusstörungen auf sich hat. Der 52-jährige Kardiologe ist in Dresden als Arzt und Hauptgeschäftsführer der Praxisklinik Herz und Gefäße tätig. Mit jährlich rund 50 000 Patienten gehört sie zu den großen invasiv-kardiologischen Einrichtungen in Sachsen. Weil es sich um eine ambulante Einrichtung handelt, ist sie nicht in unserem Krankenhausführer erwähnt.

Wie häufig kommen Herzrhythmusstörungen vor?

Eine Viertelmillion Deutsche hat einen so langsamen Puls, dass sie einen Herzschrittmacher tragen. Im vorigen Jahr wurden allein in Sachsen fast 5 100 Geräte implantiert, bei weiteren 1 300 Patienten musste das Aggregat gewechselt werden. Die Batterien halten in der Regel sechs bis acht Jahre, abhängig von der Häufigkeit der Schrittmacherstimulation. 

Zu den lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen zählen vor allem die Kammertachykardien sowie das Kammerflimmern. Bei diesen Patienten wird oft ein Defibrillator – kurz Defi – eingesetzt. Das geschah letztes Jahr in Deutschland bei rund 30 000 Patienten, in Sachsen bei 1 600. 

Wer leidet unter Herzrhythmusstörungen?

Fast alle Menschen haben Herzrhythmusstörungen, nur die Häufigkeit und Ausprägung ist verschieden. Vereinzelte Extraschläge des Herzens sind meist unbedenklich. Elektrische Erregungskreise, die regelmäßig Anfälle von Herzrasen auslösen, sind schon bei 20-Jährigen möglich. Sie könnten mithilfe einer einfachen Katheterablation, bei der die erkrankten Herzareale verödet werden, dauerhaft geheilt werden, sagt der Experte.

Die häufigste Rhythmusstörung ist das sogenannte Vorhofflimmern, das vorrangig bei Menschen über fünfzig auftritt. Schätzungsweise 800 000 Deutsche sind davon betroffen. Häufig haben diese Patienten zusätzliche Begleiterkrankungen, zum Beispiel arteriellen Bluthochdruck. Auch andere Herzleiden erhöhen das Risiko. Frauen und Männer sind gleichermaßen gefährdet, bei Frauen tritt die Erkrankung jedoch meist später auf. 

Wie bemerke ich Herzrhythmusstörungen?

Das Herz holpert, stolpert oder rast. Kardiologe Spitzer berichtet von Patienten, die abends vorm Fernseher sitzen und spüren, dass ihr Herz aus dem Takt ist. „Manch einer wird nachts wach und glaubt, schlecht geträumt zu haben.“ Ein Arzt kann mögliche Störungen mittels EKG nachweisen. Aber: „Rhythmusstörungen können auch asymptomatisch sein.“ Insbesondere das Vorhofflimmern werde von einem Teil der Patienten gar nicht richtig wahrgenommen. Sie berichteten allenfalls von einer Einschränkung der Belastbarkeit. 

Welche Gefahren bringt ein zu langsamer Herzschlag mit sich?

Ist der Puls zu langsam, bemerken die Betroffenen ein Schwindelgefühl und verlieren mitunter sogar kurz das Bewusstsein. Das kann zu Stürzen führen. Außerdem schränke ein zu langsamer Puls die Leistungsfähigkeit ein. 

Wie werden Herzrhythmusstörungen behandelt?

musstörungen behandelt?

Vereinzelte Extrasystolen, also Herzschläge außerhalb des normalen Rhythmus, müssen meist nicht behandelt werden – vorausgesetzt, der Patient leidet an keiner schweren Herzerkrankung. Ist der zu langsame Pulsschlag mit den typischen Symptomen verbunden, raten Ärzte in der Regel zu einem Herzschrittmacher. Bei einer schweren Herzerkrankung, etwa Herzschwäche nach einem Herzinfarkt, bekommt der Patient häufig einen Defi. 

„Für Patienten mit Vorhofflimmern stellt die Katheterablation mittlerweile eine sehr gute Therapieoption dar“, erklärt Spitzer. Durch Abgabe von Wärme- oder Kälteenergie werden die für das Vorhofflimmern verantwortlichen Areale im linken Herzvorhof ausgeschaltet. Patienten der Praxisklinik könnten meist schon am Folgetag nach Hause zurückkehren. 

Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?

Die Geräte bestehen aus zwei Teilen: einem Impulsgeber mit Elektronik und Batterie sowie ein bis drei Sonden im Herzen. Sie nehmen die Herzsignale auf und leiten sie zum Impulsgeber. Gerät das Herz außer Takt, sendet der Apparat einen Elektrostimulus zum Herzen, damit es zur normalen Schlagfolge zurückkehrt. Herzschrittmacher wiegen heute meist nur noch zwischen 13  und 25 Gramm. Patienten bemerken die Schrittmacherstimulation nicht, auch das Aggregat selber wird kaum wahrgenommen. Bei Defibrillatoren kann es zur Abgabe eines Schocks kommen, den Patienten gelegentlich wie einen Stromschlag wahrnehmen. 

Worauf müssen Menschen achten, die einen Herzschrittmacher tragen?

„Patienten sind schon am Tag nach der OP im Großen und Ganzen fit“, sagt der Kardiologe. Wer bestimmte Regeln beachte, könne ein weitgehend normales Leben führen. Bei Induktionsherden müsse Abstand gehalten werden. Eine Magnetresonanztomografie (MRT) ist – abgesehen von besonderen Schrittmachern – tabu. Auch Hobbyschweißen ist wegen elektromagnetischer Felder gefährlich.

Wie viel Geld rechnet eine Klinik für einen Herzschrittmacher ab?

Das ist unterschiedlich, je nach Art und Schwere der Herzrhythmusstörung. Bei Einkammerschrittmachern kostet der gesamte Eingriff bei stationärer Behandlung rund 5 000 Euro, bei einem Zweikammergerät bis zu 8 000 Euro. Für die Implantation eines Defibrillators erstatten die Krankenkassen den Krankenhäusern derzeit zwischen rund 11 300 und 18 000 Euro.

Prof. Spitzer erklärt die Herzschrittmacher-OP:

Der Eingriff wird bei lokaler Betäubung unterhalb des linken oder rechten Schlüsselbeins durchgeführt. Dort setzt der Arzt einen vier Zentimeter großen Schnitt. An dieser Stelle wird der Impulsgeber samt Batterie in die Schrittmachertasche unter das Fettgewebe gesetzt. Die Elektrode oder Sonde des Schrittmachers wird über die obere Hohlvene in das Herz vorgeschoben und dort in der Spitze der rechten Herzkammer mittels Plastikfüßchen verankert. Bei einem Zweikammersystem wird eine weitere Sonde in das Herz geschoben und im rechten Vorhof fixiert. Eine mögliche dritte Sonde kann zur Behandlung der Herzschwäche in eine Herzvene geschoben werden; dadurch ist eine Stimulation der linken Herzkammer möglich. Je nach Komplex

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