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Alle Ergebnisse: Künstliches Kniegelenk

Kniegelenke sind einer permanenten Abnutzung ausgesetzt. Etwa um das 60. Lebensjahr macht sich das bei den meisten Menschen unter Belastung auch mit Schmerzen bemerkbar. Wenn eine konservative Therapie nicht mehr hilft, kann ein künstliches Gelenk das Leid lindern.

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Diagnose: Künstliches Kniegelenk

Kniegelenk
Grafik: Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Gelenke – besonders die Knie – werden permanent beansprucht. Ab dem 60. Lebensjahr hat fast jeder Beschwerden damit. Ein Gelenkersatz scheint oft die Lösung zu sein, doch sollte er an letzter Stelle der Behandlungskette stehen. Stephanie Wesely sprach mit Professor Rudolf Ascherl, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Wechselendoprothetik am Zeisigwaldklinikum Bethanien in Chemnitz. 

Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein künstliches Kniegelenk?

„Das erste Kriterium ist Lebensqualität“, sagt Professor Rudolf Ascherl. „Wenn Schmerzen und die Behinderung das Leben beeinträchtigen und der Gebrauch von Schmerzmitteln schon zum Alltag gehört, sollte man über eine Operation nachdenken. Das muss nicht immer gleich eine Knieprothese sein. Oft können vorhandene Fehlstellungen wie X- und O-Beine durch eine sogenannte Umlagerungsoperation der Beinachse korrigiert werden. Andernfalls kann ein künstliches Gelenk die Beschwerden reduzieren. 

Kann eine Umstellungsoperation auch im fortgeschrittenen Alter erfolgen?

Fehlstellungen der Beine führen zur einseitigen Abnutzung der Gelenke. Wenn die Arthrose noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, die Knochen stabil und die Bänder fest geblieben sind, kann eine Umstellungsosteotomie, wie dieser Eingriff korrekt heißt, auch im fortgeschrittenen Alter noch sinnvoll sein und die Beschwerden reduzieren. Der Gelenkspezialist warnt aber vor diesem Schritt bei Übergewicht. Die Erfolge sind aufgrund der höheren Beanspruchung hier nicht so groß. 

Warum gibt es bei Knieprothesen mehr Probleme als bei Hüften?

Die Hüfte ist ein Kugelgelenk aus Kopf und Pfanne. Es ist einfach aufgebaut und damit auch einfach nachzubauen. Beim Knie ist das anders: Hier sind Ober- und Unterschenkel, die Kniescheibe und das Wadenbein gelenkig verbunden. Im Gelenk sind zudem noch zwei Kreuzbänder und zwei Menisken als Zwischenscheiben. Alles in allem eine sehr anfällige, komplizierte Bewegungseinheit, die man nicht so leicht nachbauen kann. Die Zukunft gehört individuellen Prothesen, die aus den Formen und Daten des Patienten mithilfe eines Computerprogramms hergestellt werden. Sie sind genau auf die jeweilige Bandspannung und Führung der Kniescheibe abgestimmt. Der höhere technische Aufwand wird durch besseren Sitz und möglicherweise auch eine längere Lebensdauer der Prothese belohnt. 

Muss immer das komplette Gelenk ersetzt werden oder genügt ein Teil?

In vielen Fällen ist das Gelenk noch nicht komplett kaputt. „Ist nur ein Teil befallen, zum Beispiel nur die Innenseite oder nur das Gelenk zwischen Oberschenkel und Kniescheibe, kann eine Teilprothese die Lösung sein. Auch diese sind inzwischen individuell herstellbar. Landläufig nennt man sie Schlittenprothese“, sagt Professor Ascherl. 

Lässt sich Arthrose mittlerweile auch alternativ behandeln?

„Stammzellen und Knorpelzellzüchtung mit anschließender Transplantation eignen sich nur für ausgesuchte Einzelfälle und dann eher bei kleineren Defekten nach Traumen, zum Beispiel Sportverletzungen, und bei jüngeren Patienten. Möglich ist das bislang auch nur an den Gelenkflächen der Oberschenkel. Knorpelzelltransplantationen an der Kniescheibe oder an den Gelenkflächen des Schienbeins versagen regelmäßig“, sagt Professor Ascherl. 

Wundinfektionen sind sehr gefürchtet. Wie lassen sie sich vermeiden?

ionen sind sehr gefürchtet. Wie lassen sie sich vermeiden?

Verhindern lassen sich Wundinfektionen und auch tiefere Infektionen nie hundertprozentig. „Wir – damit meine ich Behandler und Patient – können allerdings viel tun, um dem vorzubeugen. Wichtig ist eine gute Hautpflege. Alle Wunden, selbst kleine Kratzer, unscheinbare Hautdefekte oder Pickel sollten abgeheilt sein. Chronische Entzündungen im Gebiss müssen saniert werden, auch die im Bereich der Harnwege. Außerdem sollte der Patient auf Allergien hinweisen und frühere Infektionen mitteilen“, sagt der Gelenkspezialist. Das Krankenhaus führt ein Screening auf resistente Keime mithilfe eines Hautabstrichs durch. 

Wie hoch ist der Blutverlust? Ist eine Eigenblutspende erforderlich?

Es ist sehr selten, dass Blutkonserven gebraucht werden. Während der Operation wird über einen Saugapparat das Blut aus dem Operationsgebiet gesammelt und als Eigenblutkonserve dem Patienten noch während des Eingriffs übertragen. Man nennt das Cellsaving, also Retten oder Sparen von roten Blutzellen, das heißt weniger Blutverlust. 

Wie geht es für den Patienten nach der Operation weiter?

Unmittelbar nach dem Abklingen der Narkose werden noch am Tag der Operation passive Bewegungen mit sogenannten Motorschienen vorgenommen. „Es folgen leichte Bewegungs- und Anspannungsübungen, die mit beiden Beinen – dem gesunden und dem operierten – durchgeführt werden. Das dient als Thrombose- und Embolievorbeugung. Venenstrümpfe sind nicht mehr allgemeine Behandlungsvorschrift“, betont der Chefarzt. Gehübungen erfolgen mit einem Geh-Gestell oder gleich mit Unterarmstützen. Nach zwei Tagen wird die Drainage – kleine Schläuche zur Ableitung des Wundsekrets – entfernt. Übungen auf der Treppe beginnen nach etwa fünf bis sieben Tagen. Wenn nach zehn bis zwölf Tagen Fäden oder Klammern gezogen sind, kann der Patient nach Hause. Eine Reha schließt sich an, wobei der Schwerpunkt weniger auf Gymnastik als auf allgemeiner Fitness liegt. Eine echte Wiederherstellung sollte nach acht bis zwölf Wochen erreicht sein.

Kann man einer Kniearthrose vorbeugen?

Arthrose ist in den meisten Fällen eine Folge von Überlastung. Hierzu gehört auch das Übergewicht. „Zu viel Körperfülle macht den Knien mehr zu schaffen als beipielsweise der Hüfte, deshalb muss Übergewicht herunter. Das danken nicht nur die Knie, auch der Kreislauf, das Herz und der Stoffwechsel“, sagt Rudolf Ascherl. 

Wie viel kostet der Einsatz eines neuen Kniegelenks?

Gelenkersatz mit Op, Narkose und Überwachung, Pflege und Reha kosten 13 000 Euro. Die Materialkosten für das Implantat liegen zwischen 900 und 1700 Euro.

Professor Rudolf Ascherl erklärt den Kniegelenksersatz:

Das OP-Team plant den Eingriff am Computer, Größe, Lage und Typ der Implantate werden festgelegt. Bei der Narkose gibt es rückenmarksnahe Verfahren, die nur die untere Körperhälfte betäuben, oder eine Allgemeinnarkose – der Patient ist nicht bei Bewusstsein. Die Schnittführung an der Haut verläuft meist senkrecht etwas zur Innenseite versetzt. Bei den Oberflächenersatzprothesen müssen für die spätere Stabilität und Gelenkführung die Bänder geschont, manchmal bei Verkürzungen gelöst werden. Das vordere Kreuzband und die Menisken werden entfernt. Schließlich wird mit einer externen Sägeschablone, die außen am Sc

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