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Alle Ergebnisse: Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen, jede Zehnte ist davon betroffen. Je früher der Tumor entdeckt wird, desto besser sind die Chancen auf eine Heilung. Ärzte raten deshalb zur Teilnahme am Mammografie-Screening und zur regelmäßigen Selbstuntersuchung.

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Diagnose: Brustkrebs

Brustkrebs
Grafik: Getty Images

Die Heilungsaussichten bei Brustkrebs sind so gut wie nie zuvor. Experten wie Professor Pauline Wimberger sehen darin das Ergebnis der individualisierten Behandlung und der vielen neuen therapeutischen Möglichkeiten. Die Direktorin der Universitätsfrauenklinik Dresden gehört laut Focus-Liste zu den besten Ärzten Deutschlands auf dem Gebiet der Brustkrebsbehandlung.

Welche Ursachen kommen für Brustkrebs in Betracht?

Bei fünf bis zehn Prozent der Frauen liegt eine genetische Veranlagung vor. Sie sind meist noch jung, wenn ihre Krankheit ausbricht. „Frauen, bei denen Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie gehäuft oder in jungen Jahren auftritt, sollten sich an ein Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs wenden. Der weit größere Teil der Patientinnen erkrankt aber sporadisch. Risikofaktoren wie Rauchen und Übergewicht liegen dort zwar recht oft vor, doch ein gesundes Leben mit viel Sport garantiert nicht, dass man von dieser Krankheit verschont bleibt.

Bringt das Mammografiescreening mehr Nutzen oder Schaden?

Das Mammografiescreening wird allen Frauen zwischen 50 und 69 Jahren zur Früherkennung von Brustkrebs angeboten. Laut Statistik überlebt eine von 1.000 Teilnehmerinnen die Erkrankung mindestens zehn Jahre. „Das mag wenig klingen, doch aus Sicht dieser einen Frau ist das Screeningangebot ein großes Glück“, sagt die Professorin und ergänzt: „Ein auffälliges oder unklares Mammografieergebnis führt nicht sofort zur Brustoperation. Es folgen weitere Untersuchungen, zum Beispiel mit Ultraschall. Der nächste Schritt wäre dann die Entnahme einer Gewebeprobe per Stanze. Das ist kein großer Eingriff, bringt aber meist Klarheit. Bestätigt sich ein so früher Befund, sind die Heilungsaussichten sehr hoch.“ Das rechtfertige auch die psychische Belastung, die mit einem ungünstigen Mammografiebefund einhergeht.

Muss jede Frau mit Brustkrebs operiert werden?

Das häufigste Vorgehen ist eine primäre, möglichst brusterhaltende Operation. Anschließend wird in Abhängigkeit von den Tumorcharakteristika entschieden, ob eine zusätzliche Chemotherapie und bei positivem Hormonrezeptor eine endokrine Therapie nötig ist. Bei vielen, vor allem größeren oder aggressiven bösartigen Tumoren wird, wenn sie noch nicht gestreut haben, vor einer Operation zuerst eine Chemotherapie gegeben. Das nennt sich neoadjuvante Therapie. Damit will man ein Schrumpfen des Tumors erzielen und gewinnt zusätzliche Erkenntnisse, ob der Tumor auf die Chemotherapie anspricht. Außerdem werden damit winzige Fernabsiedlungen, die mit bildgebenden Verfahren noch nicht sichtbar sind, eliminiert.

Wie groß muss bei der OP der Sicherheitsabstand sein?

„Heute genügt ein Millimeter gesundes Gewebe um den entfernten Tumor, bei alleinigen Tumor-Vorstufen (DCIS) zwei Millimeter. Das wird pathologisch genau untersucht. Konnte der Abstand nicht eingehalten werden, muss nachoperiert werden“, sagt die Professorin. Früher war ein Sicherheitsabstand von einem Zentimeter Vorschrift. Das ist nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen heute nicht mehr nötig. Bei brusterhaltendem Vorgehen ist wichtig, dass die Restbrust bestrahlt werden muss, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.

t werden muss, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.

Bei wie vielen krebskranken Frauen kann brusterhaltend operiert werden?

Etwa 80 Prozent der Betroffenen. Die Entscheidung ist abhängig von der Ausdehnung des Befundes und von der Größe der Brust. Wenn eine Entfernung unumgänglich ist, kann die Brust entweder mit Implantaten oder mit Eigengewebe wieder aufgebaut werden. „Auch bei brusterhaltenden Operationen darf kein Loch zurückbleiben. Das restliche Drüsen- und Fettgewebe muss entsprechend angepasst werden. Denn das kosmetische Ergebnis ist sehr wichtig für die psychische Stabilität“, sagt Wimberger.

Wie geht es für die Frauen nach der Operation weiter?

Bei der OP wird eine Drainage gelegt, damit das Wundsekret abfließen kann. Bilden sich innerhalb von 24 Stunden weniger als 20 Milliliter Wundsekret, können die Schläuche gezogen werden. Dann kann die Patientin das Krankenhaus verlassen – in der Regel nach zwei bis drei Tagen. Die folgende Chemo-, Antihormon- oder Antikörpertherapie wird in der Regel ambulant durchgeführt. Antikörper werden ein Jahr und Antihormone fünf bis zehn Jahre gegeben. In den ersten drei Jahren werden die Frauen alle drei Monate bei ihrem Gynäkologen untersucht, die nächsten zwei Jahre alle halbe Jahre und danach einmal jährlich. Bei der Nachuntersuchung wird die Brust abgetastet, regelmäßig eine Ultraschall-Untersuchung und Mammografie durchgeführt. Wir empfehlen den Kontakt zu Selbsthilfegruppen. Der Austausch mit Gleichbetroffenen tut den meisten gut.

Welchen Vorteil bieten Brustkrebszentren?

In zertifizierten Brustkrebszentren müssen bestimmte Behandlungsstandards vorgehalten werden. Dazu gehören interdisziplinäre Tumorboards – eine Konferenz, bei der Vertreter aller Fachdisziplinen jeden einzelnen Fall beraten und die bestmögliche Behandlung empfehlen. Außerdem erhalten alle Patientinnen, wenn sie es wünschen, eine psycho-onkologische Begleitung, Ernährungsberatung, Sport- und Entspannungsangebote sowie sozialmedizinische Beratung. „In unserem Brustzentrum können die Patientinnen an hochinnovativen Studien teilnehmen. Damit erhalten sie immer die neueste Behandlung“, sagt die Professorin.

Was kostet eine Brustkrebs-OP?

Allein für die stationäre Behandlung zahlte die AOK Plus vergangenes Jahr in Sachsen im Schnitt 3 900 Euro, die Spanne reicht je nach Therapie von 1 600 bis 13 000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Anschlussbehandlung.

Professor Pauline Wimberger erklärt die Brust-OP:

Während der Tumoroperation entnimmt der Arzt bei Patientinnen mit klinisch unauffälligen Achsel-Lymphknoten nur die sich darstellenden Wächter-Lymphknoten. Ist ein Tumor sehr groß, lässt er sich durch eine vorgeschaltete Chemotherapie verkleinern und besser operieren. Der Tumor wird mit dem erforderlichen Sicherheitssaum entfernt, das Drüsengewebe verteilt, damit ein kosmetisch gutes Ergebnis erreicht wird. Nach brusterhaltender Operation wird die Brust bestrahlt. Bei vielen Patientinnen schließt sich eine Hormontherapie, eine Chemotherapie oder eine Immuntherapie an.

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