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Die Alarmzeichen eines Schlaganfalls sind oft nur kurz, die Folgen umso einschneidender. Denn je mehr Zeit zwischen den ersten Symptomen und der ersten medizinischen Hilfe verstreicht, desto größer ist die Gefahr bleibender Hirnschäden. Bei der Operation beseitigen die Ärzte die Engstelle in der Halsschlagader - so kann das Blut wieder fließen.

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Diagnose: Verengte Halsschlagader

Grafik: Imago/szo
Wenn das Blut nicht mehr in ausreichendem Maße zum Gehirn gelangt, droht ein Schlaganfall. Über Vorsorge und Behandlung einer Karotis-Stenose informiert Dr. Sven Seifert, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie am Klinikum Chemnitz.

Wodurch verengt sich die Halsschlagader?

Die Karotis teilt sich am Hals in zwei Gefäßstränge auf. „Am Scheitel ist das Risiko für Verengungen besonders groß, da er wie ein Damm wirkt und Verwirbelungen entstehen“, erklärt Dr. Seifert. Auch ungesunde Lebensweise, zum Beispiel fettes Essen, wenig Bewegung und Rauchen, sowie Bluthochdruck und genetische Veranlagung fördern Ablagerungen an den Gefäßwänden. Damit erhöhe sich die Gefahr einer Gefäßverengung. „Bei der Halsschlagader handelt es sich um ein hirnversorgendes Gefäß, ein Schlaganfall kann die Folge sein.“ Solche Hirninfarkte seien die Hauptursache für Invalidität. Jeder Schlaganfall ist ein Notfall. 

Wie macht sich eine Gefäßverengung bemerkbar?

„Zunächst leider gar nicht“, sagt der Chefarzt. Gefäßverengungen werden meist zufällig, zum Beispiel im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen aus anderen Gründen, entdeckt. Ärzte fordern daher seit Jahren eine Früherkennung für Risikopatienten. Dazu gehörten zum Beispiel starke Raucher oder Menschen mit familiärer Veranlagung zu Gefäßkrankheiten. Durchblutungsstörungen im Gehirn zeigen erst bei hochgradigem Verschluss Symptome. Das sind kurzzeitige, weniger als 24 Stunden anhaltende neurologische Ausfälle wie einseitige Sehstörungen, Lähmungen – zum Beispiel das Herabhängen eines Mundwinkels –, Kraftlosigkeit in Arm oder Bein sowie Probleme bei der Wortfindung und beim Sprechen. Solche Ereignisse werden Transitorische ischämische Attacken – kurz TIA – genannt und sind die Vorstufe zu einem Schlaganfall. Das Risiko, innerhalb der nächsten zwei Wochen einen invalidisierenden Schlaganfall zu erleiden, ist sehr groß, deshalb sollte man bei diesen Anzeichen sofort zum Arzt gehen.

Wie wird die Halsschlagader wieder eröffnet?

Bei Schlaganfallsymptomen ist die operative Eröffnung des Gefäßes mithilfe eines kleinen Schnitts am Hals die empfohlene Methode, erläutert der Mediziner. Nur im Ausnahmefall – zum Beispiel wenn vorher an dieser Stelle operiert oder bestrahlt wurde –, dürfen Stents eingesetzt werden. Einige Jahre hat sich die Wissenschaft über die beste Methode gestritten, jetzt gibt es klare Behandlungsleitlinien, die der Operation eindeutig den Vorzug geben. Hat der Patient keine Symptome, muss nicht sofort operiert werden, sondern erst wenn ein bestimmter Grad der Gefäßverengung erreicht ist.

Ist der Eingriff riskant?

Dr. Seifert: „Der Gefäßchirurg sollte über ausreichend Erfahrung verfügen, denn auch die OP selbst stellt ein Schlaganfallrisiko dar.“ In dem Gefäß befindet sich bröckeliges Material, was mit dem Blutstrom weggeschwemmt werden kann. Während es zum Beispiel bei einer Verengung der Baucharterie nach unten gespült wird, gelangt es von der Halsschlagader aus innerhalb kürzester Zeit zum Gehirn. Auch für das Einsetzen von Stents braucht es Routine. „Mindestens 20 Stents pro Jahr sollte ein Gefäßchirurg einsetzen, um die nötige Fertigkeit und Sicherheit zu haben.“ Sven Seifert sieht in der offenen Operation derzeit zwar die bessere Methode, hofft aber darauf, dass es bald sichere minimalinvasive Techniken gibt – nicht zuletzt um die Narbe so klein wie möglich zu halten. 

Welche Komplikationen und Folgen sind mit der OP verbunden?

Welche Komplikationen und Folgen sind mit der OP verbunden?

„Es können zum Beispiel der Unterzungennerv oder der zehnte Hirnnerv verletzt werden“, sagt der Experte. Auch Nachblutungen seien möglich. Eine besondere Herausforderung sind Operationen, wenn gleichzeitig mehrere Blutverdünner eingenommen werden. Diese Medikamente werden heute vor Operationen nicht mehr generell abgesetzt, weil die Gefahr von Schlaganfällen und Herzinfarkten umso höher ist. 

Wie geht es für den Patienten nach der Operation weiter?

Die erste Nacht nach der Operation wird der Patient intensiv überwacht, danach kann er bereits auf die Normalstation verlegt werden. „Etwa drei bis fünf Tage nach dem Eingriff sind die meisten wieder zu Hause“, sagt Dr. Seidel. „Die Fäden lösen sich von allein auf, müssen also nicht gezogen werden.“ Die nächsten zwei Jahre sollte der Patient halbjährlich zur Ultraschalluntersuchung gehen, denn bis zu zwei Jahre nach der OP ist das Risiko besonders hoch, dass sich an der operierten Stelle wieder Ablagerungen bilden. 

Worauf sollten Betroffene nach der OP achten?

Es gebe einige Dinge, mit denen der Patient selbst sein Risiko beeinflussen kann, betont der Chefarzt. An erster Stelle steht der Verzicht aufs Rauchen. 70 Prozent der Erkrankten sind Raucher – und Tabakrauch ist der Gefäßkiller Nummer eins. Die Normalisierung des Blutdrucks sei aber ebenso wichtig. „Das gelingt durch fettarme Ernährung, Kalorien- und Zuckerreduzierung, viel Bewegung oder Medikamente.“ An der genetischen Vorbelastung kann niemand etwas ändern. Ein Schlaganfall wird aber selten nur durch einen Risikofaktor verursacht, meist ist es ein ganzes Bündel davon. Dr. Seifert: „Ein Schlaganfall oder ein TIA sind so einprägsame Ereignisse, dass Betroffene danach das Rauchen sein lassen.“ Wer keine Schlaganfallsymptome hatte, sei erfahrungsgemäß seltener bereit, sein Leben umzustellen. Denn die Einsicht in die Notwendigkeit fehlt hier. 

Wie viel kostet die Operation?

Die Karotis-Operation wird von den Kassen mit 4 100 Euro, der Stent mit rund 4 700 Euro honoriert.

Dr. Seifert erklärt die Halsschlagader-Operation:

Nach der regionalen Betäubung wird zunächst die Halsschlagader freigelegt. Zuerst klemmt der Gefäßchirurg den Blutstrom in Richtung Gehirn ab. Das vermindert das Risiko, dass Kalk ins Gehirn geschwemmt wird. Ein paar Tests sollten dem Arzt zeigen, dass die anderen Gefäße die Blutversorgung des Gehirns mit übernommen haben. Andernfalls erfolgt die Umleitung des Blutstroms. Dann wird die Halsschlagader längs auf- oder abgeschnitten und umgekrempelt, Ablagerungen werden entfernt und das erweiterte Gefäß wieder verschlossen. In anderthalb Stunden ist das erledigt.

Ein Stent wird mithilfe eines Katheters über die Armbeuge oder die Leistenarterie bis zur entsprechenden Stelle im Hals vorgeschoben. In der Engstelle entfaltet sich der Stent und wird mit einem Ballon aufgedehnt. Dabei kann es trotz größter Vorsicht passieren, dass Kalkteilchen ins Gehirn gelangen. Um dies zu verhindern, wird vorher ein Filter hinter der Engstelle platziert. Ist der Stent gelegt, wird der Katheter entfernt und die Einstichstelle mit einem Dr

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