Krankenhausführer Sachsen

Alle Ergebnisse: Frühgeburten

Wenn Kinder vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen, spricht man von Frühgeburten - und die brauchen meist besondere ärztliche Fürsorge. Mehrere Krankenhäuser in Sachsen haben sich darauf spezialisiert. Bemerkenswert: Nirgendwo in Deutschland kommen so viele Kinder auf natürliche Weise zur Welt wie im Freistaat.

Bitte geben Sie Ihre Postleitzahl ein und klicken auf Suchen. Wir ermitteln dann die für Sie und die Diagnose "Frühgeburten" in Frage kommenden Kliniken in aufsteigender Entfernung zu Ihrem Wohnort.

Diagnose Frühgeburten

Frühgeburten
Grafik: Fotolia/Sebastian Kaulitzki

Früher, vor Google & Co., waren die Frauen weniger informiert darüber, was während einer Geburt alles passieren kann. „Damit waren sie auch weniger ängstlich“, sagt Dr. Gabriele Kamin. Seit 1975 arbeitet die leitende Oberärztin der Geburtshilfe an der Uniklinik Dresden. Sie hat viele Mütter bei der Geburt begleitet – in den meisten Fällen ohne jede Komplikation. Dennoch betont sie: „Jede Geburt ist eine Ausnahmesituation für die Mutter und das Kind.“

Wann spricht man von einer Frühgeburt?

Als Frühgeburt bezeichnet man die Geburt eines Kindes bis zur vollendeten 37.  Schwangerschaftswoche, das heißt bis drei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wiegt ein Fetus weniger als 1 500 Gramm – das ist etwa das Gewicht acht Wochen vor dem errechneten Geburtstermin – tendiert man zum Kaiserschnitt, um das Kind so schonend wie möglich zur Welt zu bringen. 

Haben die Risiken wie Frühgeburten zugenommen?

Ja und nein. Einerseits minimieren technische und medizinische Fortschritte in der Geburtshilfe so manches Risiko. Dank verschiedener Untersuchungen können sich die Mütter wie auch die Ärzte gut auf Komplikationen einstellen – und sie rechtzeitig behandeln. Andererseits haben die Risiken zugenommen, weil die Gebärenden unter anderem immer älter werden. 

Welche Rolle spielt das Alter der Mutter bei der Größe des Risikos?

Mit dem Alter der Mutter steigt das Risiko von Komplikationen. In den 1980er-Jahren waren gerade mal zwei Prozent meiner Patientinnen älter als 35 Jahre, „heute sind es über 20 Prozent“, sagt Kamin. „Je älter, desto mehr Krankheiten hat eine Mutter schon erlitten – und das kann dem Körper der Frau und somit auch dem Kind zu schaffen machen.“ 

Welchen Einfluss hat das Gewicht der Frau auf das Risiko?

Werdende Mütter leiden heute öfter unter Übergewicht als früher, sagt Kamin: „Wir haben heute eine deutlich höhere Rate an adipösen Müttern als vor 25 Jahren.“ Das zieht Probleme wie Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck nach sich. 

Lassen sich Geburtsrisiken durch Untersuchungen vermeiden?

Nicht zwingend vermeiden, aber doch minimieren – ausgenommen unvorhersehbare Risiken, die akut eintreten. Mithilfe verschiedener Untersuchungen lassen sich manche Risiken abschätzen. So zeigt etwa der Ultraschall in den ersten 13 Wochen der Schwangerschaft, ob sich das Kind gut entwickelt, seine Nackenregion und die winzigen Organanlagen normal sind. Der Ultraschall in der 20. Woche kann bereits Organfehlbildungen wie Herzfehler erkennen. „Danach können Eltern mit den Ärzten besprechen, in welcher Klinik das Kind zur Welt kommen soll oder welche spezielle Betreuung es braucht“, so Kamin. 

Kann man die Eltern zwingen, diese Untersuchungen machen zu lassen?

Nein, sagt Kamin: „Jede Frau hat ein Recht auf Nichtwissen.“ Ärzte müssen sie aber über Untersuchungsoptionen aufklären. 

n sie aber über Untersuchungsoptionen aufklären. 

Welche weiteren Methoden haben Geburtsrisiken reduziert?

Früher lagen Frauen bei der Geburt meist noch im Bett. Heute hingegen werden sie motiviert, sich zu bewegen, „da hat sich viel gewandelt“, so Kamin. Auch bestimmte Haltungen begünstigen, dass sich das Baby in den Geburtskanal drehen kann. Hilfreich sind Entspannungsübungen oder schmerzlindernde Maßnahmen. 

Wie häufig kommt es zu einem Kaiserschnitt?

Bundesweit kommt etwa jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt, in Sachsen waren es im vergangenen Jahr knapp 24 Prozent. Dass die Eltern von sich aus wegen terminlicher oder anderer Gründe einen Kaiserschnitt fordern, sei die Ausnahme: „Zwar gibt es immer ein paar Frauen, die den Geburtstermin selbst festlegen wollen und sagen, da hat mein Mann aber nur frei! Aber das ist selten.“ 

Welche Vorteile hat ein Kaiserschnitt für Mutter und Kind?

Bis zur Geburt dauert es keine fünf Minuten. „Es ist eine relativ sichere OP“, sagt Kamin. Bei Steißlage des Kindes können damit Komplikationen reduziert werden. Und für den Fall, dass die Nabelschnur das Kind zu ersticken droht, oder der Körper der Mutter das Kind nicht mehr versorgen kann, kann ein Kaiserschnitt das Leben des Kindes retten. „Es gibt Fälle, wo wir einen Kaiserschnitt durchaus empfehlen“, so Kamin. Befürworter des Schnitts sagen, ein Kind werde durch eine normale Geburt traumatisiert. Andere widersprechen und sagen, eine solche sei für die weitere psychische Entwicklung eines Kindes wichtig. 

Und welche Nachteile hat der Kaiserschnitt?

Das Kind kann Schnittwunden erleiden. Und weil ein Kaiserschnitt Narben in der Gebärmutter hinterlässt, kann es bei einer Folgeschwangerschaft passieren, dass sich die Plazenta mit der Gebärmutterwand verwächst und die Plazenta bei der zweiten Geburt nicht abgestoßen wird – heftige, gefährliche Blutungen sind die Folge. Frauen mit Kaiserschnitt leiden oft noch Wochen an Bauchschmerzen. Da sie viel liegen, besteht Thrombosegefahr. 

Verspürt die werdende Mutter beim Kaiserschnitt Schmerzen?

Nein. Bei einer Teilnarkose bemerkt die gebärende Frau lediglich die Bewegungen an ihrem Bauch. Sie hört ihr Kind schreien, es wird ihr von der Hebamme gezeigt, dann dem Kinderarzt vorgestellt. Anschließend bringt die Hebamme das Kind, sofern es gesund ist, wieder in den OP-Saal zum Streicheln und Ansehen. Falls der Vater mit im Saal ist, bekommt er den Säugling sofort in den Arm.

Was kostet ein geplanter Kaiserschnitt?

Ein geplanter Kaiserschnitt kostet die gesetzliche Krankenkasse nach Angaben der Uniklinik Dresden etwa 2 600 Euro – und rund 3 700 Euro, wenn er sich aus dem Geburtsverlauf ergibt. Hinzu kommen die Kosten für die Betreuung des gesunden Neugeborenen in der Frauenklinik. 

Dr. Kamin erklärt den Kaiserschnitt:

Zuerst injiziert der Narkosearzt über das Rückenmark ein Lokalanästhetikum, quasi eine Teilnarkose. Dann wird die Haut des Bauchs desinfiziert und der OP- Bereich mit sterilen Tüchern abgedeckt. In der OP macht der Arzt einen zwölf bis 15 Zentimeter langen Hautschnitt, meist im Bereich der Schamhaargrenze. Er öffnet die tieferen Schichten der Bauchdecke und die Gebärmutterhöhle. Beim ersten Kaiserschnitt kommt das Kind schon drei bis fünf Minuten nach dem Hautschnitt auf die Welt. Dann wird die Nachgeburt entfernt, und alle Schichten werden sorgfältig vernähat. Insgesamt

Kontakt | Impressum