Krankenhausführer Sachsen

Welche Untersuchung ist sinnvoll?

Screening, Vitamintabletten und Baby-Blues: Beim Telefonforum beantworteten Experten die Fragen von Müttern und Schwangeren. Die Zahl der Kaiserschnitte sinkt in Sachsen. Nicht ohne Grund, denn Narben können Probleme bereiten, nicht nur bei künftigen Schwangerschaften. Beim Telefonforum gab es Auskünfte.

Leserforum
Experten in Sachen Geburtshilfe (v. l.): Dr. Klaus Haffner (Pirna), Dr. Marlies Leibner (Meißen), Dr. Gabriele Kamin (Dresden), Dr. Axel Gatzweiler (Dresden).

Meine Frauenärztin bietet im Rahmen der Schwangerenberatung zusätzliche Untersuchungen an, die ich selbst bezahlen soll. Welche sind wirklich zu empfehlen?

Sinnvoll wäre das Ersttrimesterscreening (in den ersten drei Monaten); dazu gehören die Risikoberechnung für Störung der Erbanlagen sowie des schweren Bluthochdrucks in der Schwangerschaft. Außerdem empfiehlt sich ein Screening auf bestimmte Krankheitserreger, die eine Infektion des Neugeborenen auslösen können, zum Beispiel B-Streptokokken, Erreger von Toxoplasmose und Cytomegalie.

Ist es möglich, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen als Kassenleistung durchführen zu lassen? Habe ich Anspruch auf die ausgedruckten Bilder?

Sie haben ein Recht auf drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft. Zusätzliche Untersuchungen sind nur bei begründeter Notwendigkeit eine Kassenleistung. Die Bilder werden Ihnen nicht automatisch ausgehändigt. Sie bleiben in Ihrer Krankenakte, und Sie können Kopien gegen Bezahlung erhalten. Ihren Untersuchungsbefund bekommen Sie jederzeit ausgehändigt.

Ich bin im vierten Monat schwanger und zurzeit stark erkältet. Welche Medikamente darf ich einnehmen, ohne dem Kind zu schaden?

Eine pauschale Aussage kann man dazu nicht treffen. Es gibt in jedem Fall Möglichkeiten, die Erkältungssymptome zu lindern. Medikamente sollten Sie in der Schwangerschaft aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen.

In zwei Monaten ist mein Entbindungstermin, und ich habe starkes Sodbrennen. Außerdem kann ich das Wasser nicht mehr richtig halten, wenn mein Kind sich heftig bewegt. Was raten Sie?

Das Sodbrennen kann medikamentös behandelt werden, jedoch nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt. Da die Verdauung verlangsamt abläuft, sollten Sie sich möglichst erst vier bis sechs Stunden nach der Mahlzeit hinlegen. Ihre Inkontinenz können Sie durch Beckenbodengymnastik (Anspannungsübungen) lindern. Ihre Hebamme kann Sie dazu beraten. Empfehlenswert ist es, häufig zur Toilette zu gehen, damit die Blase nicht zu voll ist.

Seit Beginn meiner Schwangerschaft plagen mich Schlafstörungen. Ich bin jetzt im fünften Monat. Kann sich meine Unruhe auf das Kind auswirken oder kann sie ihm womöglich schaden?

Nein. Dennoch sollten Sie etwas dagegen tun. Körperliche Aktivität am Tag ist gut für Sie und Ihr Kind. Das sorgt auch für die nötige Bettschwere am Abend. Einen Zusammenhang zwischen gestörtem Schlaf der Mutter und der Gesundheit des Kindes gibt es nicht. Viele Schwangere, die vorher sehr aktiv waren, fühlen sich durch die Ruhe unterfordert, was sich auch auf ihr Schlafbedürfnis auswirkt.

Aufgrund meines verengten Beckens habe ich drei Kinder per Kaiserschnitt entbunden. Meine Ärzte rieten mir von einer weiteren Schwangerschaft ab, da meine Gebärmutter reißen könnte. Nun bin doch wieder schwanger. Ab welcher Schwangerschaftswoche steigt das Risiko für eine Uterusruptur? Wie soll ich mich verhalten?

Sie haben doch sicher schon eine Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt durchführen lassen. Die Untersuchungen sollten in kurzen Abständen wiederholt werden, um das Narbengewebe besser einschätzen zu können. Bei Schmerzen sollten Sie sich aber in jedem Fall bei Ihrem Arzt oder in der Klinik vorstellen.

Ich bin in der zehnten Woche schwanger und leide stark unter Übelkeit und Erbrechen. Sollte ich Vitamintabletten nehmen, damit mein Kind optimal versorgt wird? Ich kann vom Essen kaum etwas bei mir behalten.

Ihr Kind wird sich in dieser Phase der Schwangerschaft alles holen, was es zu seiner gesunden Entwicklung braucht. Folsäure-Präparate sind zu empfehlen, andere Vitaminpillen brauchen Sie aber nicht unbedingt. Wenn sich Ihr Zustand nicht bessert, kann Ihnen Ihr Arzt auch Medikamente gegen die Übelkeit verordnen oder bei Notwendigkeit eine stationäre Aufnahme veranlassen.

Meine beiden Kinder kamen per Kaiserschnitt zur Welt. Muss ich beim dritten auch damit rechnen oder kann ich auch normal entbinden?

Wir würden Ihnen einen Kaiserschnitt empfehlen, weil die Gefahr eines Risses der Gebärmutternarbe unter der Geburt zu groß ist und dies eine Gefahr für Sie und Ihr Kind darstellt.

Nach der Geburt schmerzt meine Kaiserschnittnarbe beim Husten oder Niesen. Was kann ich dagegen tun?

Das ist leider ein Risiko der Kaiserschnittentbindung. Deshalb sollte nie ohne Grund ein Kaiserschnitt durchgeführt werden. Physiotherapeuten oder Osteopathen können Ihnen hier vielleicht weiterhelfen. Es gibt bestimmte Verfahren der sogenannten Narben-Mobilisation.

Seit der Geburt meines Kindes vor zwei Monaten leide ich unter Hämorrhoiden. Das ist sehr lästig. Geht das von allein wieder weg, oder muss ich mich operieren lassen?

Die Rückbildungs- und Beckenbodengymnastik kann hier einiges bewirken. Sie sollten viel trinken und durch geeignete Maßnahmen (Ballaststoffe) dafür sorgen, dass Ihr Stuhlgang gut funktioniert. Wenn sich das damit nicht ändert, müssten Sie einen Chirurgen aufsuchen.

Nach der Geburt meines Sohnes vor drei Wochen ist mein Bauch immer noch sehr dick. Viele fragen mich, wann mein Kind ankommt. Wie lange dauert die Rückbildung?

Die Gebärmutter hat sich bereits zehn Tage nach der Entbindung so zurückgebildet, dass sie nicht mehr über die Bauchdecke tastbar und für die Vergrößerung des Bauches verantwortlich ist.

Darf man sich gleich nach der Geburt wieder sportlich betätigen? Ich bin eine begeisterte Sportlerin, möchte aber auch keine Gebärmuttersenkung begünstigen.

Zuerst sollten Sie die Rückbildungsgymnastik durchführen, die sechs Wochen nach der Geburt beginnt. Danach können Sie wieder Ihren sportlichen Aktivitäten wie vorher nachgehen.

Ich habe gerade erst ein kleines Mädchen bekommen. Alles ist gesund, und ich könnte sehr glücklich sein, fühle mich aber traurig und muss viel weinen. Ist das normal?

Der sogenannte Baby-Blues ist normal und kommt recht häufig vor. Eine Ursache dafür liegt in der hormonellen Umstellung. Nach acht bis zehn Tagen sollten Sie aber das Gefühl haben, dass es besser wird und die Traurigkeit nachlässt. Andernfalls sollten Sie sich bei Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme Rat holen.

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